| Allgemeine Zeitung | Bad Sobernheim |
| Dienstag, 11. Mai 2004 | RHEIN-MAIN-PRESSE | Seite 13 | Diese Seite als pdf-Dokument |
"Ein bisschen gegenseitiger guter Wille"
Verwaltung steht Streit um Sportplatznutzung zwischen SC und TV ratlos gegenüber
ttt. BAD SOBERNHEIM – Mit der Absage des Kreissprint und Springerfestes war der Streit um die Nutzung von Sportplätzen zwischen SC und TV zuletzt eskaliert. Auch im Rathaus verfolgt man das Treiben der beiden Vereine mit Ratlosigkeit.
Der Geschäftsleitende Beamte Herbert Wenz kann auch nicht ganz nachvollziehen, warum sich Erwachsene Männer in Vorständen großer Vereine nicht mal über eine Summe zwischen 100 und 200 Euro einigen können. Dieses Geld, das der TV dem SC für die Nutzung des Rosenberg hatte zahlen sollen, ist nämlich der Ursprung für die Auseinandersetzung. So lange die Turner die Summe nicht überwiesen haben, werden sie kein SC-Gelände mehr nutzen, sagt der SC-Vorstand. Der SC hätte das Geld gar nicht fordern dürfen, weil er zum Zeitpunkt des Triathlon auf dem Rosenberg nicht mehr Herr des an die Kommune verkauften Stadions war, hält der TV dagegen. TV-Sprecher Rolf Beilke beruft sich da gerade auf Wenz, und der mag da auch nicht widersprechen.
Eine Lösung sieht auch Wenz nicht, die beiden Vereine müssten einfach mal vernünftig drüber reden. Das ein Kreissportfest ausfällt, weil auf dem Sportplatz alte Herren kicken, müsse nun wirklich nicht vorkommen.
Die Lage auf dem Staaren ist aber auch verflixt. Der Verbandsgemeinde gehören die leichtathletischen Anlagen, dem SC der Rasen mittendrin. Bis 2002 hatte der SC für die Verbandsgemeinde auch deren Besitz gepflegt, dann lief der Vertrag aus. Kollisionen gab es seitdem immer, sagt Wenz. Da klagt der SC etwa über Getränkedosen, die vom letzten Sportfest liegen geblieben sein sollen, dann schimpft die Verbandsgemeinde, weil Fußballer mit Metall-Schraubstollen über die teure Kunststoffbahn laufen. Und den SC ärgert, wenn Turner auf Schatzmeister Kalle Pfeffers heiligen Rasen mit Speeren werfen.
Für Wenz besteht das Problem auch darin, dass die Verbandsgemeinde dem SC keine Vorschriften machen kann, wann er Spiele oder Training auf dem Rasen ansetzt. Damit kommt es dann eben mal zu Kollisionen wie zuletzt, als die Turner aus dem Kreis ihr Sportfest wagen eines AH-Fußballspiels kurzfristig absagen mussten.
Mit einem sonst wo üblichen Belegungsplan, sagt Wenz, wäre das alles nicht passiert. Und noch etwas nennt der Geschäftsleitende Beamte, womit die Probleme aus der Welt zu schaffen wären: "Ein bisschen gegenseitiger guter Wille !"
Kommentar
zu diesem Artikel in der Allgemeinen Zeitung vom 11.05.2004
vom LVR-KH Pressewart
Rolf Schwabbacher
Wann wird Betrugsanzeige gestellt ?
Die Verbandsgemeinde stellt sich ratlos, da ist man als
mündiger Bürger sprachlos!
Es darf also jeder Rechnungen ausstellen, über Sachen, die einem nicht gehören?
Für den mündigen Bürger ist ein solches Vorgehen eine strafbare Handlung!
Wo bleibt die Anzeige wegen Betrug?
Betrug - hat mit gutem Willen nichts zu tun. Aber in der heutigen Gesellschaft,
wo Politiker den Betrug schon legal gemacht haben (siehe EU-Parlament), wundert
das den mündigen Bürger nicht mehr.
Es waren nicht die Turner im Kreis Bad Kreuznach, die betroffen waren, sondern
die Leichtathleten - nur zur richtig Stellung.
Für den Geschäftsleidenden Beamten stellt sich die Frage: "Kann er objektiv sein
?"
Das die Verbandsgemeinde dem SC keine Vorschriften über die Nutzung seines
Rasenplatzes machen kann, liegt klar auf der Hand.
Aber der SC bekommt schließlich Geld für die jährliche Benutzung durch den
Schulsport.
Auch möchte der SC weiterhin Steuergelder für den Bau eines Clubhauses und
sonstige öffentliche Mittel von der Kommune.
Wenn da die Kommune keinen Spielraum für Handlungen hat, ist sie für den Bürger
fehl am Platz.
Es wird Zeit, dass sich höhere Stellen (Landrat bzw. Innenminister Walter Zuber)
der Sache annehmen. Sonst hätte man auch hier wieder Steuergelder verschwendet
und das will doch gerade vor den Wahlen niemand zugeben.